„Was sagen eigentlich die Parteien zu… Medienkompetenz?“ – Gastbeitrag von Lena-Sophie Müller

Die Medienkompetenz eines jeden Einzelnen wird in unserer wachsenden digitalen Gesellschaft ein immer wichtigeres Thema, das hier auch schon auf verschiedenste Art und Weise angesprochen wurde.

 

Im Vorfeld zur Bundestagswahl 2013 hier nun ein Gastbeitrag von Lena-Sophie Müller „Was sagen eigentlich die Parteien zu… Medienkompetenz?„:

In der Facebook-Gruppe „Medienkompetenz in Sozialen Netzwerken“ tauschen sich verschiedene Menschen, alt und jung, erfahren und unerfahren, Profis und Laien, zu Themen rund um das Thema „Internet, Soziale Netzwerke und Medienkompetenz“ aus. Da die Bundestagswahl näher rückt, fragte ich mich: Was sagen eigentlich die Parteien dazu?

Zusammen mit Marc Gross habe ich die verschiedenen Parteiprogramme durchsucht. Hier das Ergebnis unserer ersten Durchsicht. Vor den Zitaten ist immer der Kontext (Überschrift > Unterüberschrift) angegeben.

Deutschlands lebenswerte Heimat schützen > Kultur und Medien – Kreativität und Vielfalt schützen

„Freie und starke Medien sind ein zentrales Element unserer freiheitlichen Ordnung. Ihre Vielfalt wollen wir durch geeignete Rahmenbedingungen auch in Zukunft unterstützen. Dazu gehören Maßnahmen zur Sicherung der Qualität der Medien genauso wie Angebote zur Stärkung der Medienkompetenz, die auch künftig zu einem aufgeklärten Umgang mit den Medien beitragen.“ (S. 102 von 128)

„Medienkompetenz und Jugendmedienschutz – Aufgrund der rasanten technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im gesamten Medienbereich ist es erforderlich, dass alle Generationen kompetent mit den gängigen Medien umgehen können. Kinder sollten bereits in der Schule fächerübergreifend Medienkompetenz erlernen. Initiativen wie das „Netz für Kinder“ ermöglichen Kindern einen sachkundigen Umgang mit dem Netz. Das allein reicht jedoch nicht: Kinder und Jugendliche brauchen ausreichend Schutz vor den möglichen Auswüchsen der modernen Medienwelt. Sie müssen im Internet vor entwicklungsbeeinträchtigenden und gefährdenden Angeboten unter anderem durch den Einsatz geeigneter Jugendschutzsoftware geschützt werden. Der Jugendschutzmedien-Staatsvertrag muss neuen Problemfeldern angepasst werden.“ (S. 107 von 128)

Teilhabe für Jung und alt > Chancen für Kinder

„Die Struktur des Internets bietet – anders als nichtinteraktive Medien – nur sehr wenige Möglichkeiten, Inhalte für Kinder und Erwachsene zeitlich, räumlich oder durch Zugangsbeschränkungen zu trennen. Wo bei den klassischen Medien durch Sender oder Verlage ein speziell auf Kinder ausgerichtetes Programm zusammengestellt wird oder ein gewisser Schutz von Kindern beim Einlass an der Kinokasse, durch Verkaufskontrolle von Filmen und Computerspielen oder im Fernsehen durch den Zeitpunkt der Sendung geboten werden konnte, ist dies durch die Struktur und Grenzenlosigkeit des Internets kaum möglich. Deshalb sind funktionierende Filterprogramme, die freiwillig von Eltern auf dem heimischen Rechner installiert werden, ein mögliches Instrument, um selbst das Risiko für ihre Kinder minimieren zu können, dass diese beim Surfen unbeabsichtigt auf bedenkliche Inhalte stoßen. Verpflichtende Filter, vom Softwarehersteller voreingestellte oder providerseitige Filtertechniken lehnen wir hingegen ab. Darüber hinaus ist für den Umgang mit Inhalten im Netz der Erwerb von Medienkompetenz (nicht nur) für Kinder von zentraler Bedeutung.“ (S. 142 von 337)

Freies Netz und unabhängige Medien für alle

„Teilhabe in der digitalen Gesellschaft setzt selbstbestimmtes Handeln voraus. Die Notwendigkeit, Medienkompetenz zu erlernen, ist für Menschen aller Generationen gleichermaßen aktuell – für Kinder genauso wie für SeniorInnen.“ (S. 189 von 337)

„Im Bereich des Kinder- und Jugendmedienschutzes haben wir uns stets für Regelungen ausgesprochen, die auch in technischer Hinsicht der Netzrealität angemessen sind, die Freiheit des Internets schützen und Kinder in den Mittelpunkt des Schutzinteresses stellen. Die im Jahr 2010 gescheiterte Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags ist diesen Kriterien nicht gerecht geworden. Technische Mittel können immer nur Ergänzung, nicht aber Alternative zur Förderung von Medienkompetenz sein, verpflichtende Filter lehnen wir zudem ab.(S. 194 von 337)

„Prävention ist die wichtigste Maßnahme. Wir wollen die Selbstbestimmung durch die lebenslang begleitende Vermittlung von Medienkompetenz fördern. Es geht darum, Kompetenzen zu vermitteln, wie man seine eigenen Daten schützt, Inhalte einordnet, welche Rechte und Pflichten man besitzt oder auch wie man sich bspw. gegen Falschbehauptungen wehren kann. Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass Medienkompetenzvermittlung in der ErzieherInnen-, BetreuerInnen- und LehrerInnenausbildung bundesweit als eigener Gegenstandsbereich etabliert wird.“ (S. 194 von 337)

Demokratische Teilhabe: für eine Demokratie, in der es etwas zu entscheiden gibt > Demokratisierung der Medien: Information und Selbstbestimmung

„Wir wollen Medienkompetenz und Medienbildung umfassend stärken: in der vorschulischen Bildung, in Schule und Unterricht, in zivilgesellschaftlichen Projekten und in der Arbeitswelt.“ (S. 83 von 100)

Vielfalt, damit jeder eine Wahl hat > Kultur und Medien als Spiegel der Vielfalt – Kultur von allen, Kultur für alle

„Kulturelle Bildung definiert die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Sie ist Aufgabe sowohl unserer Bildungs- als auch unserer Kultureinrichtungen. Eine Kulturnation wie Deutschland soll alle Menschen gezielt mit kulturellen Angeboten vertraut machen. Hierzu zählt insbesondere auch die Vermittlung von Medienkompetenz.“ (S. 49-50 von 104)

Privatsphäre wahren, Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung stärken > Informationelle Selbstbestimmung stärken, Medienkompetenz fördern

„Der Gesetzgeber muss den Einzelnen in die Lage versetzen, sich den Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Informationsverknüpfungen im Internet bewusst zu werden und selbstbestimmt zu entscheiden, welche Daten er frei gibt – z.B. in sozialen Netzwerkdiensten oder über Treue- bzw. Bonusprogramme. verlassen können, dass Behörden und Unternehmen in der dem Grundrecht gebüh-renden Art und Weise, transparent und nachvollziehbar mit den personenbezogenen Daten umgehen und dass Verstöße und mangelnde Sorgfalt entsprechend sanktioniert werden.“ (S. 11-12 von 166)

Kultur-, Medien- und Netzpolitik

Medienkompetenz – nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern alle Generationen – ermöglicht es, sich in einer von Medien durchdrungenen Welt zurechtzufinden. Ermöglicht und gefördert werden muss die „digitale Selbstständigkeit”, die jeden in die Lage versetzt, alle Möglichkeiten der „Digitalen Gesellschaft” möglichst selbstständig nutzen und sich vor damit verbundenen Risiken gut schützen zu können. Notwendig sind hierzu die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit einem mobilen Computer und die Schaffung eines digitalen Lernumfeldes und digitalen Klassenzimmers. Das ist nur sinnvoll, wenn eine entsprechende Ausbildung der Lehrkräfte und entsprechende Bildungskonzepte zur Verfügung stehen. Dazu bedarf es auch der Digitalisierung von Schulbüchern und Lehr- und Lerninhalten und deren Zugänglichmachung im Netz.“ (S. 56 von 120)

Danke, Marc Gross, für Deine Unterstützung!

Lena-Sophie Müller

Bei Facebook: Lena-Sophie Müller
Bei Twitter: @lsmueller

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2 Gedanken zu „„Was sagen eigentlich die Parteien zu… Medienkompetenz?“ – Gastbeitrag von Lena-Sophie Müller

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